Flohmarkt Veranstaltungskalender


Flohmärkte gehören zum städtischen Flair und prägen heute vielerorts das Straßenbild. Wer schlendert nicht gerne über den Trödelmarkt und bestaunt das Angebot der Kuriositäten oder genießt einfach nur die lockere Atmosphäre? Aber woher kommt die Tradition der Flohmärkte? Frankreich wird als das Ursprungsland angesehen, wo der „Marché aux Puces“, was nichts anderes bedeutet als „Flohmarkt“, seinen Anfang nahm.


Entstehungsgeschichte Flohmarkt


Die Entstehungsgeschichte der Trödelmärkte lässt sich jedoch nicht genau rekonstruieren. Es kursieren zwei Versionen. Eine führt zurück in das Mittelalter, in eine Zeit, in der fast ausschließlich auf Märkten gehandelt wurde. Im Mittelalter wurde die Kleidung der oberen Zehntausend an Händler veräußert, die ihre Ware auf kleinen Märkten an das einfache Volk weiter verkauften. Da das Wort Hygiene damals ein Fremdwort war und die Menschen von allerlei Ungeziefer geplagt wurden, machten es sich oft Flöhe in der abgelegten Kleidung gemütlich. Mit dem Kauf eines Kleidungsstückes wurde man nicht selten stolzer Besitzer einer Flohfamilie. Als Paris im Jahr 1890 von einer besonders großen Flohplage heimgesucht wurde, verbannte die Stadtverwaltung die Lumpenhändler an den Stadtrand. Aller Flöhe zum Trotz: Um 1900 wandelte sich das Image und die Flohmärkte konnten sich zu kleinen Handelszentren etablierten, die bis heute zum Kolorit der Stadtviertel beitragen. Da sich die Märkte großer Beliebtheit erfreuten, wurden den Trödlern von der Pariser Stadtverwaltung feste Plätze zugewiesen, darunter der „Les Puces de Paris Saint-Quen“, der bis heute zu den größten Märkten seiner Art zählt. In der zweiten Variante soll jemand auf dem Pariser Marktplatz angesichts des Durcheinanders von Waren den Vergleich zu umherwuselnden Flöhen gezogen haben.


Neben Frankreich erhebt auch Belgien Anspruch auf den Titel, Ursprungsland des Flohmarktes zu sein. Begonnen hatte es mit Märkten, auf denen die so genannten "brocanteurs" gebrauchte Ware feilboten. Die Tradition der belgischen Flohmärkte hat sich bis heute bewahrt. Den Markt am "Place du Jeu de Balle", der weltweit zu den schönsten zählt, gibt es seit 1873 und findet bis heute täglich statt. Ob der Floh nun aus Frankreich kommt oder aus Belgien, die Märkte erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. In Deutschland sind Flohmärkte eine recht junge Erscheinung. Der erste wurde 1967 in Hannover von dem Aktionskünstler Reinhard Schamuhn ins Leben gerufen. Bereits in den 70er Jahren wurden Flohmärkte in der ganzen Republik abgehalten. Manche Flohmärkte haben sich inzwischen auch überregional einen Namen gemacht. Dazu zählen der Berliner Flohmarkt am Mauerpark, der Frankfurter Flohmarkt am Mainufer, der Trempelmarkt in Nürnberg, der Vohwinkeler Flohmarkt in Wuppertal oder der Naschmarkt in Wien. Die Märkte zählen zu den Sehenswürdigkeiten der Städte, die Besucher magisch anziehen.

Faszination Flohmarkt


Aber woher kommt die Faszination für die Flohmärkte? Die Zeiten, in denen das normale Volk auf die ausrangierte Kleidung der Oberschicht angewiesen war, sind passé. Insbesondere im modernen Zeitalter, in dem jede Ware in Geschäften gekauft oder online bestellt werden kann, erfüllen Flohmärkte kaum noch einen kommerziellen Zweck. Der Charakter der Flohmärkte hat sich in den Jahrhunderten aber nicht wandelt. Es werden allerlei gebrauchte Waren angeboten, die beim Besucher auf Interesse stoßen. Geändert hat sich nur die Palette der Angebote. Verkauft wird Ausrangiertes aus dem Haushalt, Nachlässe, Bücher, Bilder Möbel und Antiquitäten. Mitunter kommt der Flohmarkt auch dem menschlichen Bedürfnis entgegen, die Ware wie auf einem mittelalterlichen Markt begutachten zu können, zu feilschen und mit dem Händler und anderen Marktbesuchern einen Plausch zu halten.


Unsere moderne Warenwelt bietet dazu kaum noch die Möglichkeit. Angesichts der uniformen Ladenketten und dem anonymen Online-Handel ist das nur allzu verständlich. Flohmärkte bieten ein Potpourri an Waren an. Neben Gebrauchsgegenständen findet der Besucher Skurriles und Interessantes oder Gegenstände, die in vergangene Epochen entführen. Neben dieser sozialen Komponente kommt der Flohmarkt dem menschlichen Bedürfnis nach dem Jagen und Sammeln entgegen. Wer freut sich nicht über ein Schnäppchen, das er wie eine Beute stolz nach Hause tragen kann? Sammler wiederum erfreuen sich an Objekten, nach denen sie bereits lange Ausschau gehalten haben. Die Faszination für den Handel mit Gebrauchtem ist ungebrochen und erlebt auch im digitalen Zeitalter eine neue Blüte. Internet-Auktionsplattformen wie ebay, hood, catawiki oder zoll-auktion haben regen Zulauf. Das Flair und der direkte Händlerkontakt gehen zwar verloren, aber der Online-Handel hat den Vorteil, dass die Objekte des Begehrens schnell über Suchbegriffe gefunden werden können. Der Flohmarkt hat überlebt und wird auch im digitalen Zeitalter seine Faszination beibehalten.